Mittwoch, 1. Februar 2017

Ein Treffen mit Daniel von den Diamond Geezern

Es ist regnerisch draußen. Nicht gerade untypisch für London, aber dennoch habe ich gehofft, dass der Wettergott für meinen kurzen Trip in die britische Hauptstadt ein wenig Erbarmen hat und die Sonnen scheinen lässt.
Nichts da, es regnet wie aus Eimern und ist windig, sodass nicht einmal ein Regenschirm helfen kann.
Missmutig flüchte ich mich in eins der Cafés am Straßenrand. Dort kann ich mich auf jeden Fall erst einmal bei einem heißen Tee aufwärmen und wenn man hier drinnen im Warmem sitzt, ist die Wetterlage draußen auch nur noch halb so schlimm.
Mit einer Hand schiebe ich die Kapuze vom Kopf und die Tür fällt hinter mir zu. Zielstrebig steuere ich die Theke an und bestelle meinen gewünschten Früchtetee, bevor ich mich umdrehe und nach einem Platz Ausschau halte, wo ich es mir gemütlich machen kann. Weit komme ich jedoch nicht, denn plötzlich bleibt mein Blick hängen.
Moment mal. Ich kneife die Augen ein wenig zusammen und plötzlich erkenne ich, wer dort an einem der Fenster sitzt. Daniel.
Daniel?, fragt ihr euch jetzt? Ja, Daniel! Dieser unheimlich gutaussehende Stripper von den Diamond Geezern, über den die Autorin Chloe Jackson schon berichtet hat.
Verratet das Daniel bloß nicht. Ich glaube, über das, was Chloe da so geschrieben und teilweise an pikanten Details ausgeplaudert hat, wäre Daniel nicht immer glücklich, also sollte das wohl lieber unser Geheimnis bleiben.
Allerdings bin ich schon neugierig den Mann hinter diese Geschichte jetzt vielleicht persönlich kennenlernen zu dürfen. Vor allem, nachdem ich die Show gestern Abend gesehen habe, den sie zum Tourabschluss abgeliefert haben.
Ich nehme meinen Mut zusammen und schlendere auf den Tisch zu, an dem er sitzt.
»Entschuldigung, ist der Platz hier noch frei?«
Mit der Hand deute ich ein wenig nachlässig auf den Stuhl ihm gegenüber.

Ich blicke auf, als mich jemand von der Seite anspricht. Eine junge und recht attraktive Frau steht vor mir und ich lasse meinen Blick mustert über sie gleiten. Ihre grau-blauen Augen, die hinter einer schwarzen Nerdbrille versteckt sind, funkeln mich verschmitzt an.
»Setzen Sie sich ruhig«, fordere ich sie charmant auf und ziehe ihr sogar noch den Stuhl ein wenig vor.
Erneut lasse ich meinen Blick über sie gleiten und erkenne, dass sie mit den Kurven an der richtigen Stelle gesegnet wurde. Vielleicht habe ich ja bei ihr mehr Chancen, als wie bei dieser Emily, die mich eiskalt hat abblitzen lassen.
Sie kommt meiner Aufforderung nach und ich lächle sie an.
»Wie heißen Sie denn?«, beginne ich das Gespräch.

»Vielen Dank«, antworte ich auf seine höflichen Worte und setze mich auf den freien Platz am Fenster. Natürlich bemerke ich, wie er mich mustert und erst einmal abcheckt.
Es schmeichelt meinem Ego, dass er mich nicht gleich als unbrauchbar abstempelt, sondern ich anscheinend sein Interesse geweckt habe, was mich schmunzeln lässt.
»Sabrina. Und Sie?«

Ich hebe nur eine Augenbraue und grinse sie breit an.
»Ich glaube, du weißt genau wer ich bin, Süße.«
Als ich mich ein wenig vorlehne, um meine Kaffeetasse zu nehmen, höre ich, wie sie zischend die Luft einatmet. Wenn sie nicht auf mich steht, dann weiß ich auch nicht.

Sprachlos sehe ich ihn an. Warum denkt er, dass ich wüsste, wer er ist. Es trifft zwar den Nagel auf den Kopf, aber das ist eher Zufall. So bekannt ist er nun auch wieder nicht, dass ihn die ganze weibliche Bevölkerung kennen muss.
»Wie kommen Sie darauf, dass ich Sie kenne? Ich habe einfach nur einen Platz gesucht, um meinen Tee zu trinken und beobachte dabei nunmal gerne die Leute draußen auf der Straße.«

Ich schnalze mit der Zunge und unterdrücke den Impuls, mit den Augen zu rollen.
»Süße, du verschlingst mich förmlich mit deinen Blicken. Allein das sagt mir schon, dass du mich wohl oder übel kennst und wenn nicht, können wir das ja gerne jetzt ändern.«
Ich zwinkere ihr breit grinsend zu und sehe mit Zufriedenheit wie sich eine leichte Röte auf ihren Wangen bildet. Frauen sind doch wirklich alle gleich.

Oh verdammt, ich kann mit solchen Menschen einfach nicht umgehen. Er ist wirklich offensiv und sagt direkt, was er denkt, auch wenn er mich damit in Verlegenheit bringt.
»Eventuell kommst du mir bekannt vor, ja. Du bist Daniel, oder? Von den Diamond Geezern?«
Es bringt ja nichts es länger zu leugnen. Er weiß, dass ich ihn erkannt habe.

Ich lache kurz auf, als sie mir schließlich das gesteht, was ich sowieso schon wusste.
»Ja, der bin ich. Du hättest es auch ruhig gleich zugeben können, Sabrina. So verschwenden wir nur unnötig Zeit.«
Zeit, in der ich sie schon längst rumgekriegt hätte, denke ich mir, behalte es jedoch für mich. Sie scheint nicht gerade mit meiner direkten Art klarzukommen.

Abwägend sehe ich ihn an, bleibe aber bei der Wahrheit.
»Ich wollte aber nicht, dass du weißt, dass ich dich aus deiner Show kenne. Ich wollte den Mann hinter dem Image als Stripper kennenlernen. Augenscheinlich ist mir das nicht so gut geglückt.«
Ich lächle zaghaft und nehme einen Schluck von meinem Tee.

Den Mann hinter dem Image? Pff, wovon träumt sie denn nachts?! Als würde ich ihr das jetzt einfach so bereitwillig erzählen. Zumal es da eh nichts kennenzulernen gibt.
Ich atme noch einmal tief durch, damit sie nicht meine aufgewühlte Stimmung bemerkt. Ein Satz von dieser unbekannten Frau und sie bringt mich beinahe zum schwitzen. Sie ist ja fast genauso schlimm wie Emily.
»Da gibt es nicht viel kennenzulernen«, antworte ich ihr schließlich und lächle sie an.
»Aber was ist mit dir? Was steckt tatsächlich hinter dieser Nerdbrille?«, frage ich provokant und lasse sie dabei nicht aus den Augen.

»Nicht viel kennenzulernen? Das kaufe ich dir nicht ab. Was ist zum Beispiel mit dieser Frau von gestern Abend, mit der du dich nach der Show unterhalten und die du geküsst hast? Ist sie deine Freundin?« Zufällig hatte ich die beiden gesehen, weil ich meinen Schal in der Halle vergessen hatte. Außerdem ist mir in der Pause aufgefallen, dass dieselbe Frau in der Pause nach oben gegangen ist. Merkwürdig war das schon.
Auf seine Frage, was mit mir ist, reagiere ich nicht. Da gibt es eh nicht viel zu erfahren und ich bezweifle, dass es ihn wirklich interessiert.

Ich ziehe die Augenbrauen zusammen und presse die Lippen zusammen. Wie kann das sein, dass sie uns gesehen hat? Als ich mich umgesehen hatte, war da niemand.
Diese ganze Situation hier passt mir gerade gar nicht. Ich stehe nicht auf Fragen und Antworten Spiele. Schon gar nicht wenn sie mich ausquetschen will, über die Frau von gestern Abend.
»Süße, ich bin Stripper. Da kannst du dir doch die Antwort denken.« Ich zwinkere ihr noch einmal zu und trinke den letzten Schluck Kaffee aus. »Gibt es noch mehr, dass du mich fragen willst, oder können wir endlich zum wesentlichen Teil kommen?«  

Belustigt sehe ich ihn an. War ja klar, dass er der Frage ausweicht. Was anderes habe ich auch gar nicht erwartet.
»Zum wesentlichen Teil? Nimmst du nie ein Blatt vor den Mund? Was ist, wenn ich diesen Teil von dir gar nicht will? Was ist, wenn du mit deiner von dir selbst überzeugten Art gar nicht mein Typ bist?«
Ich nehme noch einen Schluck Tee, um das Zucken meiner Mundwinkel dahinter zu verbergen.

Oh, die Kleine gefällt mir. Sie ziert sich ja schon fast genauso wie die Frau von gestern Abend. Vielleicht ist das eine neue Masche von den Weibern? Wer weiß.
»Und ob ich dein Typ bin, Sabrina. Das sehe ich daran wie gerötet deine Wangen sind und an deiner stockenden Atmung. Außerdem wippst du mit dem Fuß auf und ab. Also, Süße. Wollen wir?«
Ich ziehe ein paar Geldscheine aus meiner Hosentasche und lege sie auf den Tisch. Auffordernd blicke ich sie an.

Zögernd sehe ich ihn an, werde ein bisschen unsicher. Er scheint es wirklich ernst zu meinen.
»Okay, warte Daniel. Eine letzte Frage habe ich noch, dann überlege ich es mir vielleicht.«
Ich lege eine kurze Pause ein, um mir meine Worte zurechtzulegen.
»Hast du eigentlich mal darüber nachgedacht, was du vom Leben willst? Ich meine klar, momentan muss das Leben als Stripper und Weiberheld ein echter Traum sein, aber machst du dir auch mal Gedanken über die Zukunft? Was du nach deine Karriere bei den Diamond Geezern machen willst?«

Diese Frau tut ja fast schon so, als würde sie mich kennen. Ich schnaube nur und beuge mich nahe an sie heran, sodass ich sie fast berühre.
»Genau das hier ist mein Leben, Sabrina. Strippen, einen Haufen Kohle verdienen, sowie ein paar hübsche Weiber klarmachen. Wieso sollte ich daran etwas ändern wollen? Ich lebe im hier und jetzt und nicht in der Zukunft. Vielleicht solltest du auch mal darüber nachdenken.«
Diese Fragerei geht mir tierisch auf den Sack. Es wird höchste Zeit, dass ich mich aus dem Staub mache.
»Schönen Tag noch, Süße«, verabschiede ich mich und eile nach draußen, bevor sie merkt, dass meine coole Fassade tatsächlich zu bröckeln anfängt.

Verdutzt sehe ich ihm hinterher, als er aus dem Café stürmt. Oh man, da habe ich wohl einen wunden Punkt getroffen. So hatte ich mir den Ausgang dieses unverhofften Treffens bestimmt nicht vorgestellt, aber jetzt ist er weg.
Eventuell war ich sogar in der Versuchung sein unverfrorenes Angebot anzunehmen, denn mal ehrlich, Daniel ist schon unheimlich gutaussehend und charismatisch. Aber ob, oder ob ich nicht zugesagt hätte, bleibt jetzt wohl Fantasie.
Ich trinke meinen Tee aus und verlasse wenig später selbst das Café, als sich der Himmel ein wenig aufgehellt hat.



In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß mit Daniel und auch mit Emily in “Diamond Geezer - Deep Desire” von Chloe Jackson :)
Das Buch erscheint am 02. Februar 2017 im Written Dreams Verlag, also schon morgen!
Und ein großes Dankeschön an Chloe aka Daniel, dass sie dieses Experiment mitgemacht hat. :)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen