Donnerstag, 14. Januar 2016

Blühender Lavendel von Barbara Hagmann

Barbara Hagmann
Blühender Lavendel
Riverfield Verlag
Preis für HC/E-Book: 28,90€/16,99€
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Herbert Kull ist Angestellter in einer kleinen schweizerischen Bank. Die Prüfung der Zahlen ist sein Metier und wehe, jemand pfuscht ihm ins Handwerk. Er braucht einfach seine Ordnung, seine persönlichen Abläufe und den geregelten Tagesablauf, den er in jahrzehntelanger Arbeit akribisch perfektioniert hat. Doch seine Gesundheit macht ihm einen Strich durch die Rechnung, ebenso wie seine Schwestern, die mit ihm zusammen ihre Kindheit bei einem Psychologen aufarbeiten wollen. Nach und nach macht das Herbert immer mehr zu schaffen und er beginnt an sich selbst zu zweifeln. 
Auch Simone Allemann arbeitet in dieser Bank. Als Sekretärin kommt sie immer wieder mit dem komischen Kauz Herbert Kull in Kontakt, doch im Moment hat sie ganz andere Sorgen, denn ihr Freund hat sie plötzlich verlassen und nun steht sie vor dem Nichts.

Zwei Personen mit unterschiedlichen Problemen finden in diesem Buch zusammen. Obwohl...zusammen? Nein, eigentlich nicht. Die beiden Handlungsstränge von Herbert Kull und Simone Allemann verlaufen eher parallel und kreuzen sich nur selten, sodass man sich den Großteil des Romans fragt, warum denn die Geschichte von beiden Personen erzählt wird.
Zudem ist der Roman nicht gerade von viel Handlung geprägt. Die Ausgangssituation der beiden ändert sich im Verlauf immer nur minimal und eher schleichend, sodass man hier nicht auf große Veränderungen hoffen sollte.
Nur das Ende, über das ich hier nicht zu viel verraten möchte, passt nicht in dieses Konzept und erstaunt ein wenig, da es so anders ist als der Rest des Romans. Zudem bleiben fast alle Fragen völlig ungeklärt, was mir gar nicht gefallen hat. Es ist ein offenes Ende, das ist ja grundsätzlich nichts Schlechtes, aber gerade an dieser Stelle fängt die Story erst an spannend zu werden, denn auf diese Wendung hat man quasi den ganzen Roman über gewartet. Doch genau da ist es dann vorbei, was ich wirklich unglücklich gewählt fand. 
Trotz dieser Schwächen ließ sich das Buch aber gut und flüssig lesen und man konnte sich besonders Herbert Kull sehr gut vorstellen mit seiner doch sehr schrulligen Art. Sein Charakter ist wirklich einmal etwas anderes mit den ganzen Zwangsneurosen und co und sorgt mit seiner Hintergrundgeschichte, die nach und nach ans Licht kommt, doch für interessanten Lesestoff. 
Insgesamt zieht sich handlungstechnisch aber alles sehr in die Länge und es wird mehr Wert gelegt auf den Eindruck von den Personen, ihren Charakter und ihre Geschichten. Das ist sicherlich nicht für jeden etwas und auch meinen Geschmack hat es leider nicht getroffen. Gerade das Ende hat mich dann doch enttäuscht.

2 von 5 Bäumchen

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