Donnerstag, 29. Oktober 2015

Sexdiener von Alex Lain

Alex Lain
Sexdiener
blue panther books Verlag
Preis für TB/E-Book: 9,90€/9,99€
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Er lebt ein ganz normales Leben, trifft sich mit Freunden und geht einer geregelten Arbeit nach, doch er hat eine heimliche Leidenschaft, von der niemand in seinem Umfeld weiß. Er ist devot veranlagt und zwar in sehr extremen Maße. Er braucht es, dass jemand ihm genau sagt, wo es lang geht. Als Sklave lässt er sich deshalb auf das Spielchen ein, seinen Herrschaften in jeder denkbaren Art zu Diensten zu sein. Er muss putzen, kochen, ihnen aber auch in sexueller Hinsicht dienen. Fehler werden nicht toleriert und so muss er auch harte Strafen ertragen. Genau das ist es, was er braucht, um sein normales Leben wie jeder andere leben zu können.

Ein erotischer SM-Roman, der viele Grenzen überschreitet. Generell finde ich den Grundgedanken recht interessant und war gespannt auf die Umsetzung. Diese hat allerdings sehr viel mit Unterwerfung, Erniedrigung und Missbrauch zu tun. Der Sklave wird von seinen Herrschaften wirklich wie ein Objekt behandelt und ihm werden oft massive Schmerzen hinzugefügt. Ihm scheint das zu gefallen, aber deutlich zum Ausdruck gebracht wird das meist nicht. Mir gingen die Spielchen oft viel zu weit und ich hatte in diesen Fällen beim Lesen leider auch nicht wirklich Freude. Gerade mit dem Petplay, bei dem der Sklave wie ein Hund behandelt wird und sich auch wie einer benimmt, und den Szenen mit dem Natursekt hatte ich meine Probleme und empfand teilweise wirklich Ekel.
Es gab aber auch durchaus anregende Szenen bei denen man gemerkt hat, dass die Herrschaften sich Gedanken machen und Bedürfnisse des Sklaven befriedigen wollen. Von diesen Szenen, die meist nichts mit Schmerz und purer Erniedrigung zu tun hatten, hätten es gerne auch mehr sein können.
Insgesamt fehlten mir im Roman ein bisschen die Emotionen. Die Schilderungen der Situationen kommen oft sehr sachlich rüber und so wahrt der Leser immer eine gewisse Distanz zum Geschehen und kann sich nicht wirklich in die Lage hineinversetzen - was man vielleicht auch gar nicht immer will bei diesen extremen Behandlungen.
Gut umgesetzt fand ich, dass die meisten Personen in diesem Buch keine Namen haben bzw. sie nicht genannt werden, denn das verstärkt noch einmal den Eindruck der Anonymität, die dieser Leidenschaft anhaftet.
Die Kapitel lesen sich wie einzelne Tagebucheinträge und das ist auch okay, aber in ein paar Fällen passt es nicht ganz zum Text. 
Das Ende ist dann ziemlich offen und endet an einer sehr interessanten Stelle, was ich wirklich schade finde, denn den zweiten Teil werde ich wohl nicht lesen. Insgesamt ging mir die Handlung an vielen Stellen einfach viel zu weit und war für mich weit ab von Erotik und ich konnte das Lesen nur teilweise genießen.
Ein Roman, der sicherlich sein ganz spezielles Publikum braucht.

2 von 5 Bäumchen

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