Montag, 27. Juli 2015

Die Goonies (1985)

Die 80er und Steven Spielberg. Nicht umsonst, und sehr gekonnt, huldigte mit J.J.Abrams der wohl gesegnetste Regisseur dieser Tage (wer hat schon einen Star Wars Film in seiner Vita) mit seiner Hommage "Super 8" seinem Mentor Spielberg, den filmischen 80ern, und vor allem starken Kinderfilmen. Kommen doch aus diesem Jahrzehnt Klassiker wie Stand By Me oder E.T. . Dass Spielberg (hier allerdings nur als Co-Drehbuchautor und Produzent) ein wiedermal gutes Händchen für diesen Stoff hat, zeigt sich auch an dem rasanten Abenteuerfilm "Die Goonies".

Als Goonies bezeichnet sich eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, welche die Gegend ihrer Wohnsiedlung ein ums andere Mal unsicher machen. Als ein Immobilienhai droht, den zahlungsunfähigen Bewohnern die Häuser abzureißen, nehmen die Kinder ihr Schicksal selber in die Hand. Durch den Fund einer Schatzkarte begeben sie sich , trotz aller Widerstände durch eine Gauner-Familie, auf eine Abenteuerreise unter die Erde. Hier wollen sie einen alten Schatz finden und den Verkauf verhindern.

Große Sets, praktische Effekte, ein toller Soundtrack, und eine sehr lebhafte Kamera sowie eine rasante Inszenierung. Auf der technischen Seite punktet der Film schon einmal. Was aber den eigentlichen Charme ausmacht, sind die tollen Charaktere, welche von passenden bis wunderbaren Darstellern getragen werden. Ebendiese Charaktere mögen auf dem Papier wie comichafte Abziehbilder wirken (der technik-nerdige Asiate, der weinerliche Dicke, usw.) , aber im Zusammenspiel funktionieren sie wunderbar. Diese hibbelig-nervösen Kinder hat man sofort in sein Herz geschlossen. "Samweis" Sean Astin (Herr der Ringe) bildet mehr oder minder die Hauptperson dieser Gruppe, doch wenn sie gemeinsam auf die Karte schauen und rätseln oder sich gegenseitig unterstützen, zählt hier nur der Team-Gedanke. Und so soll es ja sein, echte, lebendige Figuren mit denen man mitfiebert und die gemeinsam für ihr Ziel kämpfen. Dabei hat jeder seine Momente, keiner wird außen vor gelassen. Das ist wohl der größte Verdienst von Spielberg und seinem Regisseur Richard Donner, hier auf Augenhöhe und nicht belustigt von oben herab zu erzählen. Die Gegenspieler in Form der Familie Fratelli sind allerdings comichaft überhöht dargestellt, dabei aber mit so viel Charme ausgestattet, dass man ihnen die mangelnde Boshaftigkeit verzeiht. Wir sind hier schließlich in einem Kinderfilm.
Wenn man dem Film etwas vorwerfen mag, dann, dass er sich manchmal in seiner umwerfenden Ausstattung verliert und den emotionalen Kern ein wenig durch die Hektik des Films erdrückt, allerdings niemals aus den Augen verliert.

Wer ein wirkliches Kind seiner Zeit sehen will, sowie ein Paradebeispiel Spielberg'scher Familienfilme, mit einem tollen Kindercast und einer spannenden Geschichte, ist hier genau richtig. Etwas ruhiger geht es im nicht unähnlichen "Stand By Me" zu, im Kern gleich, doch eher als klassischer Coming-Of-Age Film geartet.

4 / 5 Bäumen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen